Warum Deutschland dringend neue Chefs braucht
Während in den Medien erfolgreiche Start-ups und Influencer das Bild der Selbstständigkeit prägen, verzeichnet Deutschland seit der Jahrtausendwende einen dramatischen Rückgang bei realen Unternehmensneugründungen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fordert daher ein klares Umdenken: Der Fokus muss künftig stärker auf die Übernahme bestehender Betriebe gerichtet werden.
Rückgang der Gründungszahlen: Der Einfluss des starken Arbeitsmarktes
Im Vergleich zum Jahr 2002, als in Deutschland noch rund 1,5 Millionen Unternehmen gegründet wurden, ist die Gründungsneigung heute deutlich geringer. Ein Hauptgrund dafür ist der über mehr als ein Jahrzehnt hinweg äußerst attraktive und stabile Arbeitsmarkt, der vielen Fachkräften sichere Anstellungen bot. Durch die gesunkene Zahl an Selbstständigen fehlen heute in vielen Regionen auch die unmittelbaren Vorbilder im persönlichen Umfeld, die Mut zur eigenen Gründung machen könnten.
Generationenwechsel im Mittelstand: Die Chance der Betriebsübernahme
Ein drängendes Problem des deutschen Wirtschaftsstandorts ist das Alter der aktuellen Betriebsinhaber: Das Durchschnittsalter der Unternehmenseigentümer liegt mittlerweile bei über 54 Jahren. Unzählige etablierte und wirtschaftlich gesunde Betriebe suchen händeringend nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Die KfW appelliert daher an Gründungsinteressierte, nicht nur über die Entwicklung völlig neuer Geschäftsideen nachzudenken, sondern gezielt die Übernahme eines bestehenden Unternehmens als attraktive Alternative zu prüfen.



